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Zahnimplantat ohne Schrauben: Was hinter dem Begriff steckt
Zahnimplantate

Zahnimplantat ohne Schrauben: Was hinter dem Begriff steckt

Auch ein Implantat „ohne Schrauben“ sitzt im Knochen. Gemeint ist meist die Befestigung der Krone. Wir erklären die Varianten, Vor- und Nachteile und die richtigen Fragen.

Ein Zahnimplantat ohne Schrauben gibt es im wörtlichen Sinn nicht: Im Kieferknochen sitzt immer ein künstlicher Wurzelkörper aus Titan oder Keramik. Gemeint ist mit dem Begriff die Befestigung darüber. Die Krone wird zementiert statt verschraubt, das Abutment über eine Konusverbindung geklemmt, oder Implantat und Aufbau bestehen aus einem Stück. Jede Variante hat Vor- und Nachteile.

In Werbung und Foren taucht der Begriff „schraubenloses Implantat“ immer wieder auf und sorgt für Missverständnisse. Dieser Ratgeber erklärt, was technisch dahintersteckt und wie Sie die Varianten einordnen. Wie wir Implantatbehandlungen planen, lesen Sie auf unserer Seite zu Zahnimplantaten.

Welche Lösung für Ihren Kiefer passt, lässt sich allerdings nur nach Untersuchung und Bildgebung beurteilen. Die folgenden Abschnitte sollen Ihnen helfen, im Beratungsgespräch die richtigen Fragen zu stellen.

Was bedeutet „Zahnimplantat ohne Schrauben“ genau?

Eine Implantatversorgung besteht aus drei Teilen. Die Europäische Föderation für Parodontologie (EFP) beschreibt das Implantat als Schraube oder Zylinder aus Titan oder Zirkoniumdioxid im Kieferknochen, das Abutment als Verbindungsstück darauf und die Krone als sichtbaren Zahn. Die Krone wird laut EFP auf das Abutment zementiert oder geschraubt.

Steht „ohne Schrauben“ in einem Angebot, ist in der Regel eine dieser drei Lösungen gemeint:

  • Zementierte Krone: Die Krone wird auf das Abutment geklebt, eine Halteschraube durch die Krone entfällt.
  • Konusverbindung (Friktionsverbindung): Das Abutment wird in eine konische Öffnung des Implantats gesetzt und hält dort durch Reibung, ohne Abutmentschraube.
  • Einteiliges Implantat: Implantatkörper und Aufbau bilden eine Einheit, die EFP erwähnt solche Designs ausdrücklich. Eine Verbindungsschraube gibt es dann nicht.

In allen drei Fällen wird ein Implantat chirurgisch im Knochen verankert. „Ohne Schrauben“ heißt also nicht „ohne Eingriff“.

Steckt im Knochen trotzdem eine Schraube?

Meistens ja. Die Oral Health Foundation beschreibt ein Zahnimplantat als Titanschraube, die eine Zahnwurzel ersetzt. Laut KZBV besteht der Implantatkörper meist aus Titan, alternativ aus Keramik, und trägt über sogenannte Aufbauteile die Krone oder Prothese.

Das Gewinde sorgt beim Einsetzen für Halt und bietet dem Knochen eine große Oberfläche zum Anwachsen. Was bei den „schraubenlosen“ Varianten fehlt, ist die kleine Schraube innerhalb der Versorgung: zwischen Implantat und Abutment oder zwischen Abutment und Krone. Sichtbar ist diese Schraube nie, höchstens als verschlossener Schraubenkanal auf der Kaufläche oder der Innenseite eines Frontzahns.

Die Krone auf dem Implantat funktioniert ähnlich wie eine Krone auf einem natürlichen Zahn. Wie Zahnkronen aufgebaut sind, erklären wir in unserem Ratgeber Zahnkrone: Ablauf, Arten und Haltbarkeit.

Implantatmodell mit Implantat im Kiefer

Implantatkrone zementiert oder verschraubt: der Vergleich

Im Alltag geht es meist um die Frage, ob die Krone verschraubt oder zementiert wird. Beide Verfahren sind etabliert und werden von der EFP als übliche Befestigungsarten genannt.

MerkmalVerschraubte KroneZementierte Krone („ohne Schraube“)
BefestigungSchraube durch die Krone ins Implantat oder AbutmentBefestigungszement zwischen Krone und Abutment
Schraubenkanal sichtbarja, mit zahnfarbener Füllung verschlossennein
Abnehmbar durch den Zahnarztja, durch Lösen der Schraubeoft schwierig, bei definitivem Zement muss die Krone eventuell aufgetrennt werden
Zementreste unter dem Zahnfleischnicht durch die Kronenbefestigungmöglich, wenn Überschüsse nicht vollständig entfernt werden
Typische ProblemeLockerung der Schraube, Abplatzungen am KanalZementreste, aufwendigere Reparaturen
Reinigung und KontrolleKrone kann zur Reinigung abgenommen werdenKrone bleibt in der Regel im Mund

Die Tabelle zeigt allgemeine Prinzipien. Wie stark die einzelnen Punkte ins Gewicht fallen, hängt von Zahnposition, Implantatachse, Platzangebot und Material ab.

Welche Vorteile hat eine zementierte Implantatkrone?

Der wichtigste Vorteil ist die Ästhetik. Ohne Schraubenkanal besteht die Kaufläche oder die Rückseite eines Frontzahns vollständig aus Kronenmaterial, was bei gut sichtbaren Zähnen manchen Patienten wichtig ist.

Außerdem ähnelt das Vorgehen dem Einsetzen einer Krone auf einem natürlichen Zahn. Steht ein Implantat so schräg, dass ein Schraubenkanal vorne durch den Zahn austreten würde, kann eine zementierte Krone auf einem passenden Abutment eine praktische Lösung sein.

Ein Zwischenweg ist provisorischer Befestigungszement. Er hält die Krone im Alltag, lässt sich aber vom Zahnarzt mit vertretbarem Aufwand wieder lösen. Der Nachteil: Die Krone kann sich ungewollt lockern und muss dann neu befestigt werden. Ob definitiv oder provisorisch zementiert wird, sollte im Behandlungsplan stehen.

Manche Patienten schätzen auch den Gedanken, dass sich keine Schraube lockern kann. Unter einer zementierten Krone sitzt allerdings trotzdem ein Abutment, das mit dem Implantat verbunden ist. Probleme an dieser Verbindung sind deshalb weiterhin möglich.

Titan-Implantatschrauben in der Verpackung

Zementreste und Periimplantitis: wie groß ist das Risiko?

Der bekannteste Nachteil zementierter Kronen sind Zementüberschüsse. Beim Einsetzen kann Befestigungszement unter das Zahnfleisch gedrückt werden. Wird er nicht vollständig entfernt, bleibt er unbemerkt am Implantat liegen.

Die S3-Leitlinie der EFP zur Prävention und Therapie periimplantärer Erkrankungen führt submukösen Zement als möglichen lokalen Risikofaktor auf. Sie bewertet die Evidenz jedoch als weniger eindeutig und spricht nur von begrenzten Hinweisen auf einen Zusammenhang mit Periimplantitis. Zugleich rät sie, Faktoren zu berücksichtigen, die die Reinigung erschweren, und nach Möglichkeit verschraubte Versorgungen zu wählen.

Periimplantitis ist eine Entzündung mit Knochenabbau rund um das Implantat. Die Hauptrisiken liegen nach heutigem Wissen eher bei unzureichender Plaquekontrolle, Rauchen und einer Parodontitis in der Vorgeschichte. Zementreste sind also ein Baustein, aber nicht die einzige Ursache.

Wird zementiert, lässt sich das Risiko senken: durch einen gut erreichbaren Kronenrand, individuell gefertigte Abutments, sorgfältiges Entfernen der Überschüsse und eine Röntgenkontrolle nach dem Einsetzen.

Konusverbindung und einteilige Implantate: was ist das?

Konus- oder Friktionsverbindung

Einige Implantatsysteme verbinden Abutment und Implantat über einen exakt passenden Konus. Das Abutment wird eingesetzt und hält durch Reibung, ähnlich wie ein Werkzeugkegel in einer Maschine. Solche Systeme werden besonders im englischsprachigen Raum als „screwless“ beworben. Die Krone selbst wird dabei häufig auf das Abutment zementiert oder im Labor damit verbunden.

Ziel ist eine dichte, feste Verbindung ohne Abutmentschraube. Solche Systeme sind weniger verbreitet als verschraubte Verbindungen, deshalb hat nicht jede Praxis passende Teile vorrätig. Klären Sie vorab, ob ein Zahnarzt in Ihrer Nähe dieses System später warten oder reparieren kann.

Einteilige Implantate

Beim einteiligen Implantat sind der Teil im Knochen und der Aufbau ein Stück. Das betrifft unter anderem Keramikimplantate aus Zirkoniumdioxid. Laut einem Bericht zur S3-Leitlinie Keramikimplantate gelten einteilige Zirkoniumdioxid-Implantate als valides, einsatzreifes Verfahren, während für zweiteilige Keramikimplantate wegen der niedrigen Evidenzlage noch keine abschließende Bewertung möglich ist.

Der Nachteil einteiliger Implantate ist die geringere Flexibilität. Winkel und Höhe des Aufbaus werden beim Einsetzen festgelegt und lassen sich später nicht austauschen. Die Krone wird meist zementiert.

Transparentes Kiefermodell mit Implantatschrauben

Wie lange hält ein Implantat ohne Schrauben?

Belastbare Hinweise, dass „schraubenlose“ Implantate grundsätzlich länger halten, gibt es nicht. Entscheidend sind Knochenangebot, Zahnfleischgesundheit, Kaubelastung, Rauchen, Allgemeinerkrankungen und die Pflege. In unserem Ratgeber Wie lange hält ein Zahnimplantat? gehen wir auf diese Faktoren ausführlich ein.

Ein Unterschied zeigt sich bei Reparaturen. Lockert sich bei einer verschraubten Krone die Schraube, kann der Zahnarzt sie oft nachziehen. Bei einer zementierten Krone muss sie im ungünstigen Fall aufgetrennt und neu angefertigt werden.

Bei der Pflege gilt für alle Varianten dasselbe. Die KZBV weist darauf hin, dass Implantate zwar keine Karies bekommen, das Zahnfleisch um sie herum aber empfindlicher ist als bei natürlichen Zähnen. Neben der Zahnbürste gehören Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume und regelmäßige Kontrollen in der Praxis dazu.

Nicht zu verwechseln ist das „schraubenlose“ Implantat übrigens mit herausnehmbarem Zahnersatz auf Implantaten. Wie Prothesen mit Druckknöpfen oder Stegen auf Implantaten halten, erklärt unsere Seite zur implantatgetragenen Prothese.

Was zahlt die Krankenkasse bei Implantaten?

Für gesetzlich Versicherte spielt die Befestigungsart bei der Kostenübernahme kaum eine Rolle, denn Implantate sind in der Regel keine Kassenleistung. Die Krankenkasse zahlt den Festzuschuss für die Regelversorgung, die bei einer Lücke meist eine Brücke oder Prothese wäre. Im Leitfaden der KZBV für implantologische Gutachter heißt es mit Verweis auf die Zahnersatz-Richtlinie ausdrücklich, dass Implantataufbauten und implantatbedingte Verbindungselemente nicht zur Regelversorgung gehören.

Ob Ihre Krone also verschraubt, zementiert oder über einen Konus befestigt wird, ändert am Festzuschuss in der Regel nichts. Unterschiede entstehen eher beim Eigenanteil, etwa durch individuell gefertigte Abutments oder Spezialteile bestimmter Systeme. Lassen Sie sich die Positionen im Heil- und Kostenplan erläutern.

Welche Fragen sollten Sie vor der Behandlung stellen?

Damit aus dem Werbebegriff eine klare Information wird, helfen diese Fragen im Beratungsgespräch:

  • Wird die Krone zementiert, oder handelt es sich um eine Konusverbindung oder ein einteiliges Implantat?
  • Warum ist diese Lösung an meiner Zahnposition besser als eine verschraubte Krone?
  • Wie werden Zementüberschüsse entfernt und kontrolliert?
  • Kann die Krone später für Reparaturen oder Reinigung abgenommen werden?
  • Welches Implantatsystem wird verwendet, und sind die Teile auch in Deutschland erhältlich?
  • Welche Unterlagen (Implantattyp, Größe, Abutment) erhalte ich nach der Behandlung?

Werden diese Punkte schriftlich und nachvollziehbar beantwortet, ist das ein gutes Zeichen. Die Kosten sind ein eigener Schritt: Unsere Startpreise finden Sie auf der Seite Zahnbehandlung in der Türkei: Kosten.

Implantatkronen bei Doctor Turka in Istanbul

In unserer Klinik in Ataköy, Bakırköy, Istanbul planen unsere Zahnärzte Implantate mit 3D-DVT-Aufnahmen. Im kostenlosen schriftlichen Behandlungsplan, den Sie vor der Reise erhalten, steht für jeden Zahn, ob eine verschraubte oder zementierte Krone vorgesehen ist und warum. Lesen Sie, wie die Behandlung bei uns abläuft, oder kontaktieren Sie uns per WhatsApp oder über unser Kontaktformular.

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Häufige Fragen zum Thema

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Gibt es Zahnimplantate ganz ohne Schraube?

Im Knochen sitzt immer ein Implantatkörper, meist mit Gewinde, seltener zylindrisch. Wenn von einem Zahnimplantat ohne Schrauben die Rede ist, geht es fast immer um die Verbindung darüber: Die Krone wird zementiert statt verschraubt, das Abutment wird über einen Konus geklemmt, oder Implantat und Aufbau bestehen aus einem Stück. Fragen Sie nach, welche Variante gemeint ist.

Ist eine zementierte oder eine verschraubte Implantatkrone besser?

Das hängt von der Situation ab. Eine verschraubte Krone kann der Zahnarzt für Reparaturen oder Reinigung abnehmen, und es gelangt kein Befestigungszement unter das Zahnfleisch. Eine zementierte Krone hat keinen Schraubenkanal und kann in manchen Positionen ästhetisch günstiger sein. Die S3-Leitlinie der EFP empfiehlt, bei eingeschränkter Reinigbarkeit nach Möglichkeit verschraubte Versorgungen zu wählen.

Können Zementreste eine Periimplantitis auslösen?

Zementreste unter dem Zahnfleisch gelten als möglicher lokaler Risikofaktor. Die EFP-Leitlinie bewertet die Datenlage allerdings als begrenzt und weniger eindeutig als bei Faktoren wie unzureichender Mundhygiene, Rauchen oder einer früheren Parodontitis. Sorgfältiges Entfernen überschüssigen Zements und eine Röntgenkontrolle nach dem Einsetzen verringern das Risiko.

Ist ein Keramikimplantat automatisch schraubenlos?

Nicht automatisch. Es gibt einteilige und zweiteilige Keramikimplantate. Bei einteiligen Implantaten bilden Implantatkörper und Aufbau eine Einheit, die Krone wird meist zementiert. Laut S3-Leitlinie sind einteilige Zirkoniumdioxid-Implantate eine einsatzreife Alternative, für zweiteilige ist die Datenlage noch dünn. Welche Variante passt, entscheidet Ihr Zahnarzt nach der Untersuchung.

Hält ein Implantat ohne Schrauben länger?

Dafür gibt es keine belastbaren Hinweise. Wie lange ein Implantat hält, hängt vor allem von Knochen, Zahnfleischgesundheit, Belastung, Rauchen und Pflege ab, nicht von der Werbebezeichnung. Bei jeder Bauart können sich Teile lockern oder verschleißen. Regelmäßige Kontrollen und tägliche Reinigung rund um das Implantat sind deshalb immer entscheidend.

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